Das Cochlea Implantat (CI)

Wenn eine hochgradige Innenohrschwerhörigkeit nicht mehr ausreichend mit Hörgeräten versorgt werden kann, wird bei intaktem Hörnerv ein Cochleaimplantat verwendet. 

Die Elektroden des Cochleaimplantats werden in das Innenohr (Cochlea) eingeführt und regen dort die Hörnervenzellen direkt an. Die Stimulation des Hörnervs findet elektrisch statt. Ähnlich der natürlichen Hörfunktion könnnen so im Gehirn wieder neue Höreindrücke ermöglicht werden. Das Cochleaimplantat ersetzt somit die Funktion der Haarsinneszellen des Innenohres. Nach sorgfältigen diagnostischenUntersuchungen und nach ausführlicher Information über den zuerwartenden Erfolg, wird der Entscheid über eine CI-Operation vor allemgemeinsam mit Eltern, zuständigen Medizinern, Akustikern, Therapeutenund Pädagogen getroffen. Kontakte zu CI-Trägern und/oder deren Eltern können dabei hilfreich sein.

Eine Operation erfolgt unter Narkose und dauert rund zwei Stunden. Für die OP ist ein stationärer Aufenthalt von mindestens zwei Tagen notwendig. Nach einem 3-4 wöchigen Einheilungsprozess erfolgt an der Klinik die Erstanpassung des Sprachprozessors durch einen Audioingenieur. Die ersten Höreindrücke mit dem CI sind sehr ungewohnt und vielfältig. Mit schrittweiser Feinanpassung des Sprachprozessors durch den Audioingenieur sowie begleitendem lautsprachlich orientiertem Hörtraining nimmt über mehrere Wochen und Monate der Anteil der identifizierbaren Elemente der Lautsprache stetig zu. Spät ertaubte Erwachsene finden relativ schnell den Wiedereinstieg in die Hörwelt. Kinder mit einem CI benötigen eine intensive Förderung und Unterstützung durch Eltern, Therapeuten und Pädagogen, um den nötigen Hörerfolg zu erzielen. Gut geförderte CI-Kinder müssen nicht immer eine Schwerhörigenschule besuchen, sondern können mit einem Ergänzungsunterricht durchaus regelbeschult werden.

Das CI besteht aus einem unter der Haut getragenen und mittels einer Operation eingesetzten inneren Teil (mehrkanaliger Elektrodenträger) und dem aussen über einem Magneten getragenen Sprachprozessor.

Indikationen für Cochlea-Implantate:

  • gehörlose oder hochgradig schwerhörige Kinder
  • spätertaubte resthörige Erwachsene
  • Kinder und Erwachsene, die nach einer Erkrankung beidseits ertaubt sind (z.B. durch eine Hirnhautentzündung » CI-Notfall)

Voraussetzung ist, dass eine konventionelle Hörgeräteversorgung mit der besten Technik keinen ausreichenden Nutzen erbringen kann und die anatomischen Voraussetzungen (z.B. intakter Hörnerv) für ein Implantatgegeben sind.   ci-implantat


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